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Leuchten-Blog - Ab in die Welt der Leuchten und allem, was leuchtet

Die Geburtsstunde des Kinos

Eine Tüte Popcorn, ein kühles Getränk, ein klimatisierter Kinosaal mit XXL-Leinwand und ein Film in Dolby Digital. An diese Annehmlichkeiten, die uns heutzutage einen Kinobesuch versüßen, war Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht zu denken. Die Anfänge des Kinos waren sehr viel bescheidener. Die erste öffentliche Filmvorführung fand im Dezember 1895 in Paris statt. Die Brüder Louis (1864-1948) und Auguste (1862-1954) Lumière präsentierten mit ihrer Entwicklung, dem Cinématographe, mehrere selbst gedrehte Kurzfilme. Den Cinématographe hatten sie nicht direkt selbst erfunden, sondern weiterentwickelt. Die Vorlage dafür lieferte der Erfinder der Glühlampe Thomas Alva Edison mit dem Kinetoskop. Diesen „Filmbetrachter“ entwickelten die Brüder Lumière derart weiter, dass er nicht nur zur Aufnahme sondern auch zur Wiedergabe von Filmen geeignet war. Durch die Möglichkeit der Projektion konnten die bewegten Bilder einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden – das Kino war geboren.

Die Lumières wuchsen in Lyon als Söhne des Chemiefabrikanten Antoine Lumière auf. Die Fabrik für Chemikalien und fotografische Platten führten sie nach dem Tod des Vaters weiter. Ursprünglich war der Vater Fotograf und daher an technischen Neuerungen hinsichtlich der Fotografie und verwandten Gebieten sehr interessiert. Er berichtete seinen Söhnen von einer Vorstellung von Edisons Kinetoskop, bei der er anwesend war. So fiel der Startschuss für die Kinogeschichte.

Pioniere des Kinos

Mit ihrem Cinématographe filmten die beiden Brüder alles, was ihnen vor die Nase kam. Bei ihrer Kino-Premiere entschieden sich Louis und Auguste Lumière – aufgrund ihres passenden Namens später auch bekannt als „die Licht-Brüder“ – für mehrere einminütige Filme. Zu sehen waren zum Beispiel Fabrik-Arbeiter auf ihrem Nachhauseweg oder die Fütterung eines Babys. Die Vorführung sollte circa 20 Minuten dauern. Dazu hatten sich rund 30 Zuschauer eingefunden. Als Höhepunkt wurden Aufnahmen eines Zuges gezeigt. Dies hatte jedoch unerwartete Auswirkungen, denn das war für die ungeübten Augen der Zuschauer wohl etwas zuviel. Beim Anblick der Bilder fürchteten einige, dass der Zug aus der Leinwand in den Vorführraum fahren könnte, und verließen fluchtartig den Ort des Geschehens. Doch auch nach dieser zum Schluss etwas verunglückten Premiere sollten die Lumières als Pioniere des Kinos in die Geschichte eingehen. Schon kurz nach dieser Erstaufführung wurde der Cinématographe weltweit zum äußerst begehrten Objekt.

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Die Geburtsstunde des Kinos ist Beitrag Nr. 1037
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admin am 3. Oktober 2012 um 16:39
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Es war einmal ...
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